Ausgangssituation

16 Monate später — SportWelt Huber hat geliefert

Es ist ein Dienstagmorgen Mitte Juni 2027. Die Sonne scheint durch die Schaufenster der Hauptfiliale in der Augsburger Innenstadt. Lisa Huber sitzt in ihrem kleinen Büro im ersten Stock — demselben Büro, in dem ihr Vater fast 40 Jahre lang das Unternehmen geführt hat. Auf ihrem Bildschirm läuft das Odoo-Dashboard. Echtzeit. Alle drei Filialen. Keine Excel-Tabellen.

Sie atmet kurz durch. Dann lächelt sie.


Was sich verändert hat

In 16 Monaten hat die SportWelt Huber GmbH mehr verändert als in den 15 Jahren zuvor.

Odoo ist seit Anfang 2027 im Produktivbetrieb. Der Start war holprig — das wissen alle, die dabei waren. In der ersten Woche nach Go-Live standen Max Gruber und Tom Richter bis 19 Uhr in der Filiale und lösten Buchungsfehler von Hand auf. Sandra Meier rief dreimal täglich an. Franz Huber schickte eine E-Mail mit dem Betreff „Ich hatte recht“ — die Lisa bis heute nicht beantwortet hat.

Aber das System läuft. Der Lagerumschlag liegt erstmals über 3,0. Die Retourenquote im Onlineshop ist von 18 % auf 12 % gesunken, seit die Produktbeschreibungen überarbeitet wurden. Und der Monatsbericht liegt Lisa jeden ersten Werktag um 8:00 Uhr automatisch im Postfach — nicht mehr am 22. des Folgemonats, handgeschrieben von Karl Bauer.

Karl Bauer, das sei der Vollständigkeit halber erwähnt, ist seit März 2027 in Rente. Die Übergabe war — wider Erwarten — geordnet. Lisa hatte ihn monatelang gedrängt, seine Lieferantenkontakte, Konditionen und informellen Absprachen zu dokumentieren. Am Ende hatte Tom Richter alles in Odoo eingepflegt. Beim Abschiedskuchen sagte Karl: „Ich hab gedacht, das geht alles schief. Aber ihr habt’s irgendwie hingekriegt.“ Das war, soweit bekannt, das größte Lob, das Karl Bauer je ausgesprochen hat.


Der Abend, den alle erwartet haben

Heute Abend findet im hinteren Bereich der Hauptfiliale eine kleine Betriebsfeier statt. Lisa hat ein Fass Bier organisiert, Sandra hat Brezeln mitgebracht, Max hat — ohne gefragt worden zu sein — die Lagerfläche freigeräumt und Biertischgarnituren aufgestellt.

Franz Huber wird auch kommen. Er hat das Unternehmen im Frühjahr besucht und zum ersten Mal live das neue Dashboard gesehen. Er stand lange davor, ohne etwas zu sagen. Dann tippte er auf den Bildschirm und fragte: „Das ist wirklich in Echtzeit?“ Lisa sagte: „Ja, Papa.“ Franz nickte. Mehr nicht. Aber er blieb noch zwei Stunden.


Was noch offen ist

Lisa wäre nicht Lisa, wenn sie den Abend nur zum Feiern nutzen würde. Sie hat auch eine Liste.

Der Onlineshop ist modernisiert — Shopify läuft seit Februar 2027 — aber die Anbindung an Odoo hakt noch bei Retouren. Das CRM-Projekt steckt in der Ausschreibungsphase; HubSpot und Salesforce liegen beide auf dem Tisch, eine Entscheidung ist für den Herbst 2027 geplant. Und das Thema KI-gestützte Nachfrageprognose, das sie schon in ihrem ersten Monat als Geschäftsführerin angesprochen hatte, liegt noch im Ordner mit der Aufschrift „2028″.

Das ist kein Scheitern. Das ist eine Roadmap.


Was Lisa sagen wird — heute Abend

Lisa hat keine große Rede vorbereitet. Sie wird kurz aufstehen, die 45 Menschen im Raum anschauen — manche kennen das Unternehmen länger als sie — und dann sagen:

„Wir haben letztes Jahr nicht alles richtig gemacht. Wir haben Fehler gemacht, Nächte durchgearbeitet, Systeme verflucht und uns gegenseitig manchmal auch. Aber wir haben es durchgezogen. Und das zählt. Auf SportWelt.“

Franz Huber wird sein Glas heben. Max Gruber wird nicken. Tom Richter wird irgendwas an seinem Laptop tippen — weil das Odoo-System gerade eine Fehlermeldung geworfen hat. Und Sandra Meier wird sagen: „Na also. Geht doch.“


Lisa Huber hat heute Abend einen Grund zu feiern. Aber kurz bevor das Fass angestochen wird, zieht sie sich in ihr Büro zurück — und spricht direkt mit euch. Mit ihrem Projektteam. Den Beraterinnen und Beratern, die sie durch eines der schwierigsten Jahre in der Geschichte der SportWelt Huber GmbH begleitet haben.

Die SportWelt Huber GmbH ist nach wie vor ein fiktives Unternehmen. Aber die Fragen, die Lisa gestellt hat — welche Systeme brauchen wir, welche Daten fehlen uns, wie gestalten wir Prozesse neu — sind real. Sie begegnen Ihnen jeden Tag in Ihrem eigenen Unternehmen.

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